Programm

Wir haben ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt, um uns allen ein gutes Camp zu organisieren. Dabei gibt es jeden Tag (außer am An- und Abreisetag) Vorträge und Diskusionsrunden, praktische Workshops, Podiumsdiskussionen und einiges mehr. Damit die Gruppen nicht zu groß werden finden meist Angebote gleichzeitig statt, das heißt du musst dich entscheiden, woran du teilnimmst. An einem Abend sind außerdem Konzerte geplant, an einem anderen Kino. Jeden Abend gibt es Lagerfeuer, Sport-Angebote und Spiele sowie abends eine Camp-Kneipe.

Kleinere Änderungen und vor allem Ergänzungen sind noch möglich.

Weiter unten findet ihr Beschreibungen zu einigen Angeboten. Weitere folgen noch. Auf dem Camp werden sie nochmal ausführlicher vorgestellt, bevor ihr euch entscheiden müsst woran ihr teilnehmt.

VORTRÄGE UND DISKUSSIONEN

Widerstand gegen Sozialabbau – was können wir tun?

Vortrag und Diskussion am Freitagnachmittag

Die aktuelle Welt ist geprägt von Krisen. Pandemie, Krieg und Umweltkatastrophen bestimmten die vergangenen Monate. Während die Reichen immer reicher werden, sollen diese Krisen auf unserem Rücken bewältigt werden. Statt sich das Geld von denjenigen zu holen, die mehr als genug davon besitzen, werden Investitionen im öffentlichen Bereich gestrichen. Doch statt Milliarden in Rüstung oder profitorientierte Unternehmen zu stecken wäre es notwendig das Geld für Schulen, Krankenhäusern oder den ÖPNV auszugeben.

Doch was können wir als linker Jugendverband gegen diesen Sozialabbau tun? Wie können lokale und überregionale Kampagnen dazu aussehen? Diese Fragen wollen wir in diesem Workshop diskutieren.

Einführung in den Marxismus: Das Kommunistische Manifest

Vortrag und Diskussion am Samstagvormittag

„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus.“ Mit diesen ikonischen Worten fängt ein Dokument an, dessen historische Bedeutung kaum überschätzt werden kann: Das kommunistische Manifest. Das Manifest ist das erste Programm der Arbeiter:innenbewegung, das den Kampf für den Sozialismus auf wissenschaftliche Grundlagen stellt. Marx und Engels analysieren dort die kapitalistische Gesellschaft, Klassen und die Triebkräfte gesellschaftlicher Entwicklung, nämlich Klassenkämpfe. Dies verbinden sie mit einem Aktionsprogramm im Interesse des Proletariats mit dem Ziel, den Kapitalismus zu stürzen. Heute ist das Manifest nicht nur ein zeitgeschichtliches Dokument von höchster Bedeutung, sondern enthält hochaktuelle Ideen für Sozialist:innen und zeigt einen Weg aus den Krisen des Kapitalismus. Damit ist das Manifest eine Muss-Lektüre für alle Marxist:innen und liefert eine hervorragende Einführung in den Marxismus. Bei dieser Veranstaltung wollen wir uns die Inhalte des kommunistischen Manifest anschauen und so die Grundlagen des Marxismus ausarbeiten.

Die Veranstaltung ist kein Lesekreis, sondern eine Diskussion mit Einleitung. Gerne könnt Ihr aber vorab das Manifest lesen und Diskussionsfragen und -beiträge mitbringen!

England und Wales: Krise des politischen Establishments

Vortrag und Diskussion am Samstagmittag

Die Krise der Lebenshaltungskosten trifft England und Wales hart. Doch das politische Establishment tut nichts, um zu verhindern, dass Familien in die Armut abrutschen. Die Inanspruchnahme von Lebensmitteltafeln ist sprunghaft angestiegen. Doch keine der großen Parteien bietet einen Ausweg an. Die jüngsten Kommunalwahlen haben sich als „Nicht-Wahlen“ erwiesen, da viele Menschen einfach zu Hause geblieben sind. Dies verdeckt die brennende Wut der Arbeiter:innenklasse auf die Bosse und die Politiker. Zunehmende Streiks und Proteste sind ebenso möglich wie entschiedenere Schritte, um der Arbeiter:innenklasse eine politische Stimme zu geben.

Mit Helen Pattison von der Socialist Party England & Wales

Klatschen war gestern – jetzt organisieren!

Vortrag und Diskussion am Samstagnachmittag

Seit den 80er Jahren erleben wir, wie das Gesundheitswesen sich drastisch verschlechtert. Im Endeffekt geht es nur noch um Profite und nicht mehr um den Menschen und die Gesundheit.

In den letzten Jahren sehen wir, wie sich die Kämpfe im Gesundheitsbereich immer weiter häufen. Besonders hervorstechend sind die Kämpfe und Streiks der Kolleg:innen an den Berliner Krankenhäusern Charité und Vivantes, die nicht zuletzt einen Tarifvertrag Entlastung erkämpft haben. Die 6 Unikliniken in NRW haben sich das als Vorbild genommen und führen diese Kämpfe fort.

Doch warum muss es solche Kämpfe geben? Wie ist die Situation im ambulanten Bereich wie zum Beispiel beim Rettungsdienst oder in den Arztpraxen? Welche Bereiche sind noch betroffen? Was können wir tun und wie müsste das Gesundheitswesen eigentlich aufgestellt sein?

Diese und viele weitere spannende Fragen werden wir diskutieren!

Frankreich nach den Wahlen

Vortrag und Diskussion am Samstagnachmittag

Bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich konnte Macron sein Amt gegen die rechtspopulistische Kandidatin Le Pen verteidigen. Der linke Kandidat Mélenchon ist bei der Vorrunde ausgeschieden, konnte aber Millionen Stimmen auf sich vereinigen. In Juni folgen die Parlamentswahlen. Am 1. Mai haben die Gewerkschaften und die Arbeiter:innenbewegung deutlich gemacht, dass die Arbeiter:innenklasse und Jugend nicht widerstandslos die neoliberale Politik Macrons hinnehmen wird. Wir wollen über die Perspektiven für den Klassenkampf und den Aufbau eine unabhängiger Partei der Arbeiter:innenklasse diskutieren.

Mit Rachel von der Gauche Révolutionnaire aus Frankreich.

Kapitalismus macht krank: Psychische Krankheiten im Kapitalismus

Vortrag und Diskussion am Sonntagvormittag

Zunehmend viele Menschen, vor allem Jugendliche, leiden unter psychischen Problemen. Die Auswirkungen der Pandemie haben das extrem verstärkt und vielen ins Bewusstsein gerückt. Doch schon Marx beschrieb die Kommerzialisierung aller Aspekte des Lebens im Kapitalismus und welche Wirkung dies auf die menschliche Psyche hat. Und tatsächlich sehen wir in vielen Ländern einen drastischen Anstieg an psychischen Erkrankungen. Einige, wie Burnout, sind sogar Produkte der profitorientierten Arbeitsweise.

Wir wollen einen genaueren Blick auf diese Zusammenhänge werfen und uns darüber unterhalten, wie Kapitalismus krank macht.

Führte Lenin zu Stalin?

Geleiteter Lesekreis am Sonntagmittag

Im Revolutionsjahr 1917, als die Arbeiter:innen– und Bäuer:innenklasse die Macht übernahm, den Boden verteilte und schließlich den Krieg beendete, gab es Sowjets auf allen Ebenen der Gesellschaft. Sie haben die politische Entscheidung nicht nur diskutiert, sondern teilweise selbstständig lokal umgesetzt. Doch knapp zehn Jahre später war die Sowjetunion unter der Kontrolle der Parteibürokratie unter Stalin. Wie kam es dazu? Einige sagen, der Sozialismus funktioniert einfach nicht, oder meinen, dass Stalin die direkte Folge der Politik Lenins war. Wir wollen uns stattdessen der marxistischen Geschichtsanalyse bedienen: Dem historischen Materialismus.

Das klingt etwa so: „In Wirklichkeit können sie [die Bürokratie um Stalin] auch nicht auf die Macht verzichten. Oder in objektive Sprache übersetzt: Die heutige Sowjetgesellschaft kann den Staat nicht entbehren, nicht mal – in gewissen Grenzen – die Bürokratie. Aber die Ursachen dafür sind durchaus nicht die kläglichen Überreste der Vergangenheit, sondern die machtvollen Tendenzen und Kräfte der Gegenwart.“

Es gibt erst eine kurze Einleitung zum Thema historischer Materialismus. Danach schauen wir uns u.a. den wirtschaftlichen und internationalen Hintergrund sowie die Lage der Klassen zueinander an, um die Entwicklung daraus zu erklären. Das Ganze findet als geleiteter Lesekreis statt.

Sexismus und Kapitalismus – Warum wir sozialistischen Feminismus brauchen

Workshop am Sonntagmittag

Die kapitalistische und bürgerliche Gesellschaft basiert auf dem und profitiert vom Fortbestehen sexistischer Strukturen und der besonderen Ausbeutung von Frauen. Sexismus und sexualisierte Gewalt sind in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus gesellschaftlicher Debatten gerückt. Dabei lag der Fokus jedoch häufig auf identitätspolitischer Argumentation für Quoten oder beispielsweise der Forderung nach mehr Frauen in Führungspositionen anstatt kapitalismuskritisch zu argumentieren und Frauen- und Arbeiter:innenbewegung zusammen zu denken.

Doch auch in den eigenen Reihen kann Sexismus ein Problem darstellen, das wir mit unserem feministischen Selbstverständnis ernst nehmen und aktiv adressieren sollten, denn Personen mit linker Grundhaltung sind natürlich nicht gewahrt vor sexistischem oder übergriffigem Verhalten, welches Teil eines systematischen Problems ist. Die Vorfälle rund um #Linkemetoo haben das nochmal auf besondere Weise deutlich gemacht. Deshalb wollen wir diesen Workshop auch nutzen, um gemeinsam zu diskutieren, wie wir Strukturen schaffen können, in denen sich alle sicher fühlen und mit denen wir Sexismus und Gewalt auch intern vorbeugen können.

Afghanistan: Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft

Vortrag und Diskussion am Montagvormittag

Mehr als 40 Jahre hatten die Menschen in Afghanistan kein annähernd sicheres Leben. Es war und ist von Kriegen und Krisen geprägt – und wird es auch in Zukunft sein.

Zur facettenreichen Geschichte Afghanistans gehört die Geschichte der Arbeiter:innenklasse, die oft keine Erwähnung findet. Aber schon während der Zeit der Monarchie zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert ist sie auf die Bühne der Geschichte getreten und in ihren Händen liegt die Zukunft Afghanistans.

Wir wollen einen Blick auf die aktuelle Situation nach dem Ende der Besatzung und dem Sieg der Taliban werfen. Wir wollen die Geschichte, aktuelle Fakten und Zukunftsprognosen betrachten und gemeinsam über die Notwendigkeit einer sozialistischen Alternative diskutieren.

1917 & 1918: Revolutionen gegen Krieg

Vortrag und Diskussion am Montagvormittag

Zu Beginn des 1. Weltkrieg waren die Kriegsgegner:innen eine kleine Minderheit. Doch drei Jahre nach dem Ausbruch des Völkerschlachtens brach in Russland die Revolution aus und führte zur Errichtung des ersten Arbeiter:innenstaates. Ein Jahr darauf kam es auch in Deutschland zur Revolution. Beide Revolution waren nicht nur Revolution gegen den imperialistischen Krieg, sondern auch gegen die Ursache: Den Kapitalismus.

Wie kam es zu den Revolutionen und was können wir für heute lernen?

Antifaschismus – Wie kämpfen wir effektiv gegen Rechts?

Vortrag und Diskussion am Montagmittag

Querdenken, Kameradschaften, AfD und Co.: Immer wieder treten rechte Bewegungen und Parteien ins öffentliche Erscheinungsbild. Die Verbreitung ihrer Ideologie ist eine reale Gefahr für Minderheiten, was Fälle wie in Halle oder Hanau zeigen. Außerdem spaltet ihre Hetze uns als Lohnabhängige.

Gleichzeitig erleben wir bei antifaschistischen Aktionen ein massives Mobilisierungspotenzial. Viele Menschen stellen sich gegen Naziaufmärsche oder protestieren gegen Parteitage von rechten Parteien.

Doch woraus wachsen rechte Parteien und Bewegungen? Reichen Straßenblockaden und „Alerta“-Rufe um sie langfristig zu bekämpfen? Welche Strategie sollten wir als Sozialist:innen anwenden? Diese und weitere Fragen wollen wir in diesem Workshop klären.

WORKSHOPS

Praktische Tipps für den Basisgruppen-Aufbau

Workshop am Samstagvormittag

Die zentrale politische Arbeit der linksjugend [’solid] läuft in den Basisgruppen ab. Hier diskutieren die aktiven Mitglieder die politische Lage, planen Aktionen, organisieren Schulungsangebote. Nur mit starken lokalen Strukturen kann man auf das politische Geschehen vor Ort auch richtig eingreifen. Der Aufbau einer neuen Basisgruppe kann dabei ebenso schwierig sein, wie eine aktive am Laufen zu halten. Wir wollen in diesem Workshop deswegen unsere Erfahrungen aus mehreren Jahren politischer Arbeit zusammenbringen und weitergeben. Dabei freuen wir uns auch auf eure Beteiligung und Ideen, denn wir können alle voneinander lernen.

Aus dem Workshop sollen alle mit neuen Ideen für die eigene Basisgruppe herausgehen und nach dem Pfingstcamp gestärkt in die Arbeit in ihren Orten zurückkehren. Zentrale Fragen werden sein: Wie baue ich eine neue Gruppe auf? Wie halte ich meine Gruppe am Laufen? Wie sollte ein optimales Basisgruppentreffen ablaufen? Wie gewinnen wir neue Mitglieder und binden diese in die Arbeit ein? Wie führen wir Aktionen durch? Wie intervenieren wir bei Protesten und Streiks?

Der Input und die Diskussion richtet sich nach dem Bedarf der Teilnehmenden.

Krav Maga – Einfache und effektive Selbstverteidigung

Workshop am Samstagvormittag

In diesem Workshop möchte ich euch einen Einblick in das Selbstverteidigungssystem Krav Maga geben. Das offizielle Nahkampfsystem des israelischen Militärs soll gerade im zivilen Bereich Menschen aller Altersstufe und jeden Geschlechts die effektive Fähigkeit zur Selbstverteidigung vermitteln.

Krav Maga ist kein Kampfsport im klassischen Sinne und auch nicht für den Wettkampf geeignet. Es dient der best- und schnellstmöglichen Vorbereitung für den Ernstfall.

Ihr braucht keine Vorkenntnisse und solltet sportgesund sein. Bitte kommt in Sportkleidung und bringt etwas zu trinken und gute Laune mit.

Kung Fu: Selbstverteidigungsworkshop

Workshop am Sonntagvormittag

Daußen, zuhause, am Arbeitsplatz: Bedrohliche Situationen kann es überall geben. Wie entstehen sie? Welche Arten von Angriffen gibt es? Wie erkenne ich sie und vor allem: Wie verhalte ich mich richtig? Was muss ich danach machen?

Diese und weitere Fragen werden in diesem Workshop behandelt.

SONSTIGES

Kleidertausch

Beim PfingstCamp gibt es ein Kleidertausch-Zelt! Dort könnt ihr eure nicht mehr genutzten Klamotten an andere weitergeben – und andere Klamotten kostenlos mitnehmen.

Bringt eure gut erhaltenen Klamotten mit, die ihr nicht mehr tragt. Sie werden im Kleidertausch-Zelt anderen kostenlos zur Verfügung gestellt. Oder bedient euch dort, wenn euch etwas gefällt. Ihr könnt euch etwas nehmen, auch wenn ihr nichts mitgebracht habt. Und ihr könnt eure nicht mehr benötigten Klamotten zur Verfügung stellen, ohne etwas neues mitnehmen zu müssen.

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